Was sind unvollständige oder geschachtelte Designs?

Normalerweise werden alle Attribute in einem vollständigen Design miteinander kombiniert, d.h. jede Merkmalsausprägung erscheint in den Conjoint-Aufgaben irgendwann mit jeder anderen Ausprägung. Daran ändern auch einzelne Ausschlüsse nichts. Sie stellen lediglich Ausnahmen, ähnlich einem blinden Fleck, im Conjoint-Design dar.

Das CBC-Verfahren bietet aber zusätzliche Möglichkeiten der Design-Konstruktion. So kann ein großes Conjoint-Modell mit Hilfe des Partial Profile-Ansatzes in mehrere kleinere Conjoints aufgesplittet werden. Hierbei können einzelne Attribute über alle Befragten konstant bleiben. Andere Attribute können rotierend dargeboten werden, was die kognitive Komplexität der Aufgaben deutlich reduziert und dadurch komplexere Conjoint-Modelle ermöglicht. Allerdings hat diese Vorgehensweise erhebliche methodische Implikationen, die vorab bedacht werden müssen.

Eine weitere gängige Alternative zum Full Profile-Conjoint sind geschachtelte (nested) CBC-Designs. Hierbei werden ganze Attribute einer einzelnen oder mehreren (aber nicht allen) Ausprägung(en) eines anderen Merkmals untergeordnet. Beispielsweise könnte ein Merkmal ‚Verkehrsmittel für die Fahrt zur Arbeit‘ lauten. Angenommen, die Ausprägungen dieses Merkmals wären Fahrrad, Auto und ÖPNV, so müsste man das neue Merkmal ‚Parkgebühren‘ einzig und allein der Ausprägung ‚Auto‘ zuordnen, weil Parkgebühren bei den anderen beiden Ausprägungen ‚Fahrrad‘ und ‚ÖPNV‘ gar nicht anfallen. Eine Parkgebühr (mit den entsprechenden Abstufungen) würde also bei den Conjoint-Aufgaben immer nur im Zusammenhang mit der Fahrgelegenheit ‚Auto‘ erscheinen.

Nicht jede CBC-Software unterstützt diese fortgeschrittenen Designverfahren.